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#9730
Rachel N.Rachel N.
Teilnehmer

Ooooh Nepomuk! Liebes, kleine, braves Monsterlein! Gut, dann les ich noch den nächsten Abschnitt vor. Dürfte auch Alessa gefallen, da ein bestimmter Schauspieler erwähnt wird. *kicherkicher*

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Als Jenny nach Hause kam, mit einem dicken fetten orangen Kürbis unterm Arm, schmiss sie ihre Handtasche auf den Boden und stürmte in die Küche. Sie musste unbedingt ihren Pumpkin Spiced Latte haben, sonst passierte etwas sehr Schlimmes. Die Welt würde untergehen, garantiert.
Sie hatte gerade noch so viel restlichen Verstand über, dass sie sich ihre Schürze schnappte und umband, dann hatte sie auch schon ein Messer in der Hand und machte sich über den Kürbis her.
Eine Stunde später waren die Küchenwände von kleinen Kürbisschalenschnippseln übersäht, das Fenster stand weit offen, um den Rauch des ersten missglückten Karamellversuchs rauszulassen und Jenny saß, die kastanienbraunen Haare nach allen Seiten abstehend am Küchenstisch und trank überaus glücklich ihren Kaffee mit selbstgemachtem Kürbiskaramell.
Somit wäre auch ihr Unglück abgewendet, denn sie hat die Saison richtig begonnen.
Allerdings bleibt zu fragen, ob das Unglück wiiirklich angewendet war, denn im nächsten Moment klopfte es an die Tür.
„Wer stört mich bei meinem Kaffee?“, rief Jenny.
„Der Wind, der Wind, das himmlische Kind.“
„Das ist eine merkwürdige Antwort“, überlegte Jenny für sich. „Soll das implizieren, dass ich eine Hexe bin, oder was?“
„Kann ich reinkommen?“
Jenny ging zur Tür und schaute durch den Spion. Alles, was sie dort sah war Rot. Also öffnete sie die Türe… schwupps, war Loki in der Küche (zu der die Haustür führte, von wegen Altbau und so).
„Junge, Junge, du solltest was mit deinen Haaren tun“, sagte Jenny. „Das ist nicht cool. Das sieht aus wie eine Clownsperücke, und wir haben ja nicht Karneval. Wir haben Herbst!“
Loki spuckte sich in die Hände und fuhr damit über seine Haare.
„So, kann ich jetzt mein magisches Buch wiederhaben?“
„Hä?“
Loki sah sich um, entdeckte ihre Tasche und stürzte sich hin. Dann hielt er ein Buch in die Höhe, wobei er laut und ein bisschen böse lachte.
„Hey, klau nicht meine Schulbücher!“
Loki hörte auf zu lachen und drehte das Buch um. „Der Duden, in der neuen deutschen Rechtschreibung.“
„Ja, kannste mal sehen, ich schleppe einen Duden mit mir rum.“
Loki warf den Duden hinter sich und durchwühlte die Tasche erneut.
„Wo ist mein magisches Buch, also, das von der Veleda?“ fragte er, während Jenny lustlos ein paar dreckige Esslöffel in die Spüle warf. Scheißaufräumen hinterher, verdarb allen Spaß.
„Hm? Dieses komische Gothic-Buch, meinst du? Das hab ich Nele gegeben, die fährt auf so was ab und ich konnte mich eh nicht daran erinnern, warum ich das gekauft habe.“
„Weil du es nicht gekauft hast! Es ist meins, ich hab es dir untergejubelt, gnaaaargh!“
„Oh… ups, hehe. Selber Schuld, man jubelt niemanden einfach so Bücher unter!“
„Na dann, auf zu deiner Freundin!“
„Och… bin doch gerade erst nach Hause gekommen, ich muss mich noch ausruhen.“
„Was?“ Loki stand an der Tür, die Hand auf der Klinke und sah sie verwundert an. „Dies ist eine Abenteuergeschichte, hier wird sich nicht ausgeruht.“
„Können wir das nicht auch morgen machen?“ Jenny gähnte und stellte ihren Kürbiskaramell in den Kühlschrank.
„Heute hab ich nur noch Dates mit Tumblr und meinem Bett. Wenn möglichst, gleichzeitig“, erklärte sie.
„Neiiin, das ist ein voll wichtiges Buch, mit Zaubersprüchen, deine Freundin könnte wer weiß was anstellen. Die Welt vernichten!“
„Ach, Quatsch, Nele doch nicht. Die wird höchstens Sebastian ein paar Flüche auf den Hals hetzen, und der hat’s verdient, glaub mir, hat sie einfach so sitzen gelassen…“
„Außerdem sind die Riesen auch hinter dem Buch her!“
„Wer? Sag mal, wer bist du eigentlich? Und kommst einfach so hier rein, kramst in meiner Tasche rum, das hab ich nicht erlaubt.“
„Ich bin Loge-Loptur-Loki, Sohn der Laufey und Tochter des Farbauti, auch genannt Nal und Vedrung, also, meine Eltern, ich habe mit bei der Schaffung der Welt geholfen und habe heutzutage nichts Besseres zu tun, als nur als lustiger Trickster oder Bösewicht zu erscheinen und die Menschen bei ihrem Gezanke zu unterstützen. Tja, wer sagt, dass die Zeiten sich nicht zum Besseren wenden, he?“
„Hm, was? Hab nicht zugehört.“ Jenny leckte den Löffel ab, den sie zum Portionieren benutzt hatte.
„Looooookiiiiiiiiiii!“
„Der Böse aus Thor?“
„Ja, genau, komm jetzt.“
„Warum siehst du nicht aus wie Tom Hiddleston? Ich verlange, dass du aussiehst wie Tom Hiddleston, sonst gehe ich nirgends mit dir hin.“
Loki seufzte. Immer das Gleiche mit den jungen, weiblichen Menschen. Also verwandelte er sich in diesen Schauspieler, um Jenny zum Gehen zu überreden. Kaum saßen sie an der Bushaltestelle, verwandelte er sich aber zurück, mit der Ausrede, keine Aufmerksamkeit erregen zu wollen.
„Ja, klar, als ob diese Frisur keine Aufmerksamkeit erregt.“ Jenny rollte mit den Augen. Als Loki erneut in seine Hände spuckte, holte sie ein Taschentuch für ihn raus.
„Das ist voll ekelig, hör auf. Wir gehen am besten noch kurz zu dm rein, um dir Haargel zu kaufen.“
„Keine Zeit für Umwege.“
„Ich ruf eben Nele an und frage, ob sie überhaupt Besuch will.“ Jenny holte ihr Handy aus ihrer Tasche und wählte das Kontaktverzeichnis.
„Joah, hey, ich bin’s… Hör mal, ich hab hier so’n komischen Kerl, der das Gothicbuch sucht, hat es wohl verloren. Er sieht aus wie Tom Hiddleston, also, kann so aussehen, falls das ein Anreiz… okay, ja, natürlich, wir sind doch schon auf dem Weg. Beruhig dich.“
Sie legte auf. „Tja, Nele mag Tom. Dein Glück. Kannst du uns nicht dahin zappen oder so?“
„Nein. Ich ein Gott, kein Trekkie.“
„Mit so was kenn ich mich nicht aus. Ich gucke wenn dann höchsten Star Wars. Oh, guck mal, süß!“
Jenny sprang auf und lief über die Straße, wo ein Eichhörnchen hergehuscht war.
„Aber der Bus kommt doch gleich!“ rief Loki haareraufend.
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Zufrieden lächelnd schließt Rachel das große Märchenbuch. So. Jetzt muss ich aber auch mal schreiben. Auch wenn Daphne zum Glück ein Stundenmonster ist und auch Lesen sie befriedigt, sehr praktisch. 🙂