Schreibsalon

Startseite Foren Schreibsalon Schreibsalon

Dieses Thema enthält 165 Antworten und 18 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  Nion vor 4 Stunden, 58 Minuten.

Ansicht von 10 Beiträgen - 111 bis 120 (von insgesamt 166)
  • Autor
    Beiträge
  • #9753

    Minna
    Teilnehmer

    @Rachel: Danke für die tolle Geschichte.
    @all: Möget ihr all eure Ziele erreichen. Tschakka.

    Liebes Nanotagebuch:

    Seit Tagen schon plagt mich ein unbändiges Verlangen nach Kaffee. Obwohl ich dieses Gesöff eigentlich nicht leiden kann, habe ich meinem Es nun nachgegeben. Es war eine nervenaufreibende Queste, die mich in die tiefsten Abgründe des schottischen Einkaufskultur geführt hat, doch ich habe endlich trinkbaren Kaffee zu horrenden Preisen gefunden. Drogen wären auch nicht teurer gewesen.
    Mein Mann wundert sich seitdem wohin die Milch verschwindet.

    Mein Schlafverhalten hat sich auf ca. 5-6 Stunden pro Nacht eingependelt, der Rest wird mit Kaffee und Käse ausgeglichen. (Ja, ich weiß, andere lechzen nach Süßigkeiten…) Funktioniert so weit, solange mich niemand anspricht. Mein Mann wundert sich, was seiner sonst so netten Freundin zugestoßen ist.

    Die guten Vorsätze jeden Tag 10 Minuten Yoga zu machen sind schon lange über Board gegangen, Zeit für die Foren- um mich aktiv zu beteiligen ist es zu wenig, um kostbare Schreibzeit zu vertrödeln immer noch genug. Überlege, mir ein paar Bots zuzulegen. Besonders der für’s Yoga wäre praktisch.

    Gestern den ersten Nervenzusammenbruch gehabt. Männe hat darauf bestanden seine Samstagsroutine durchzuziehen: Wäsche, Putzen, Einkaufen. Danach bin ich auf dem Sofa eingeschlafen und zu spät zur Arbeit gekommen. Erfolg des Tages: 300 Worte je Projekt. Rede noch immer nicht mit ihm. Hänge jetzt ca. 3000 Wörter in jedem Projekt hinterher und bemitleide mich lieber selbst, als mich daran zu setzen es auf zu holen. Naja ein bis zwei Wochen straff durcharbeiten, dann habe ich den Rückstand bestimmt aufgeholt.
    Lieber Wunschbrunnen- bitte schenke mir einen Zeitumkehrer.

    Nee, natürlich ist das alles etwas überzogen dargestellt. Mir geht es super 😉
    Ich geh mir dann mal weiter leid… äh ich meine natürlich schreiben.

    [Edit] Hat sich nicht gerade der blöde Veranstalter gemeldet- er hat so viel zu tun und würde mein Konzert gerne auf das Frühjahr verlegen, wann ich denn mal wieder in Deutschland wäre… Nächstes Jahr zu Weihnachten wieder. Danke Welt.

    #9771

    Alessa
    Teilnehmer

    Sagt mal, kann ich die Fanfiction, die ich spontan zwischen meinen Schreibsessions schreibe, mit zum Nano zählen? Ich habe heute nur Fanfiction geschrieben und noch nicht an meinem Projekt (hat über 24600 Wörter). Jetzt will ich die Fanfic erst beenden, bevor ich weiter schreibe. Ich hoffe, das wird heute passieren, da es ein kurzer Oneshot werden soll. ABer am liebsten würde ich „betrügen“ und die Wörter mitzählen. Aber das macht ja eigentlich keinen Sinn, oder? Sollte doch nur für ein Projekt gelten, oder? Ich bin gerade so unschlüssig.

    #9773

    Nion
    Keymaster

    Die Regeln darfst Du ganz für Dich auslegen. Es gibt ja viele Wrimos, die an mehr als einem Projekt arbeiten.

    #9775

    Alessa
    Teilnehmer

    Danke! ich zähle sie jetzt dazu, weil irgendwie entspricht es ja schon dem Nano-Spirit, etwas anfangen und auch beenden. Und die Geschichte will ich heute beenden, nach Möglichkeit. Spätestens morgen (bissl Inhalt fehlt noch und auf Englisch bin ich etwas langsamer).

    #9777

    Nemea
    Teilnehmer

    Ich sehe auch kein Problem darin, hab den letzen NaNo damit verbracht viele verschiedene Geschichten zu bearbeiten. Ich glaube das hilft der Kreativität, sich nicht immer auf eine Sache zu konzentrieren. Und wie Nion schon meinte, du setzt dir die Regeln!
    Worüber ist die Fanficiton denn, wenn man fragen darf? (Neugierig rüber schiel)

    Für mich gibt es jetzt erst einmal eine große Tasse Kakao und Zeit zum meckern.
    Ich hab das Gefühl, ich versuche gerade vier einzelnen Geschichten in eine zu quetschen, hab mich spontan in einen nicht vorgesehenen Charakter verliebt, mein Hauptcharaktere sind alle einfach nur ein Brei aus verschiedenen Fähigkeiten und meine Nebencharaktere sind die einzig interessanten, verrückten und lebendige.
    Vielleicht kommt mir das aber auch alles nur so vor, weil ich die vier einfach schon länger plane und sie nun einmal ’normaler‘ sind. Sie kommen auch aus der Normalenwelt und die anderen sind alle in einer anderen Gesellschaft aufgewachsen.
    Trotzdem… Ich bin gerade sehr unzufrieden mit allem. Vielleicht bring ich nachher einfach einen von den vieren um. Hätte ich zumindest was zum schreiben.

    #9780

    Alessa
    Teilnehmer

    Ich traue es mich fast nicht zu sagen, aber ich habe mich auf eine Frostmaster Fanfiction eingelassen. Sprich Loki/Grandmaster. Das ist meine erste Geschichte dieser Art. Hab es normalerweise nicht mit den homosexuellen Paarungskombinatinen bei bekannten Charakteren. Aber das Thema Loki/Frostmaster fand ich dann doch recht interessant. Allerdings wird es keine klassische „Oh mein Gott, er ist ja so heiß, ich muss ihn ….“ Geschichte, sondern schon recht ernst mit dem Hintergrund Drogenmissbrauch, Manipulation, vermutlich auch Vergewaltigung. Die expliziten Sexszenen dürfen natürlich nicht fehlen, sind ja eher klassisch bei solchen Fanfictions XD

    Das Ganze nun auf Englisch, da ich es auf tumblr hochlade. Seufz, das klingt irgendwie alles nicht so heiß, als wenn ich es auf Deutsch schreibe 😀

    #9781

    Nion
    Keymaster

    Fanfictions bleiben ein Phänomen für mich. ^^

    @nemea: Es klingt zumindest so, als sei bei Dir richtig viel los. Ich bin mit meiner Geschichte leider auch sehr unzufrieden, jeden Tag mehr. Einerseits habe ich wohl zu wenig geplottet. Andererseits kenne ich den groben Plot und den Zeitpunkt, zu dem es für mich richtig spannend wird. Und allmählich habe ich das Gefühl, ich komme niemals dort an. Es muss eine Vorgeschichte geben, klar. Der Leser und meine Protagonistin müssen erst dorthin geführt werden. Aber irgendwie – passiert einfach zu wenig.

    Vielleicht gibt es zu wenige Nebenfiguren? Zumindest gibt es aktuell schon mal keinen Mann im Leben meiner Protagonistin. Das soll so sein. Ihre nächste Liebe trifft sie erst, jeder jetzt Dahergelaufene würde nur stören.
    Aber sie scheint mir auch sonst wenig Menschen in ihrem Leben zu haben, denen sie einen echten Einfluss auf sich gewährt. Mit ihrer besten Freundin kommt es am Anfang der Geschichte zum Bruch, da wird erstmal eine ganze Weile Funkstille herrschen. Ihr Bruder wohnt mit seiner Familie in Amerika. Mit den Eltern hat sie diverse Themen, und als ich mir das ausgedacht habe, klang es auch alles spannend. Nur jetzt finde ich es soo langweilig. Oder ich lasse mich nicht richtig drauf ein.
    Nun habe ich ihre Busenfreundin aus Kindertagen wieder auftauchen lassen, aber: Welchen Einfluss hat so eine Freundin nach fünfzehn Jahren noch? Und wie kann ich die Frau interessant machen, ohne dass ich aus Versehen eine neue Geschichte erfinde?

    Ich fürchte einfach, ich habe gerade keine „kurzfristige“ Frage im Raum stehen. Alles, was geklärt werden muss, wird sich erst langfristig klären, und weil mir ein oder mehrere Zwischenziele bis dahin fehlen, habe ich auch keine Lust, die Geschichte weiter zu schreiben und putze stattdessen lieber die Wohnung. (…) Ich meine, die Burg.

    #9784

    Rachel N.
    Teilnehmer

    Lol, ich wollte auch schon sagen, seit wann ist es betrügen, mehr als ein Projekt zu schreiben? Ich sitze hier an vier, zwei davon auch fanfiction die ich endlich mal vorantreiben muss. Alessa, das ist ja echt heavy stuff bei dir, sehr krass! So was könnte ich nicht schreiben, ohne dass ich danach tagelang heulend am Boden liegen würde… O.o

    Sooo weil Rachel sich für heute vorgenommen hat, ganz produtiv zu sein, mit schreiben und dazwischen diese Hausarbeit-Challenge, holt sie jetzt erst mal ihr Märchenbuch raus und liest noch ein bisschen vor. Falls hier ein paar Monster gerade Langeweile haben.

    *Räusper*

    „Tja, und was tat Nele wohl um diese Zeit? Richtiiig, sie durchsuchte das Buch nach schwarzmagischen Flüchen. Im Gegensatz zu Jenny wusste sie nämlich, dass es wirklich Magie gab und Halloween nur eine Tarnung war, für alle Hexen, mal ausgelassen zu feiern. Das wusste sie, weil sie heimlich selber eine Hexe war. Heimlich, weil, Jenny würde sie bestimmt nicht ernst nehmen, die hatte den Kopf ja doch nur voller Kürbisse. Und tja, andere Freunde hatte Nele nicht, außer Sebastian, aber der war ja nicht mehr ihr Freund, voll traurig.
    Das Problem war, dass das Buch total unorganisiert war, und nicht mal ein Inhaltsverzeichnis hatte, so dass Nele nicht einfach ‚wie man seinen Ex-Freund in eine Kröte verwandelt‘ nachschlagen konnte. Und alles lesen kam nicht in Frage, da sie dank Jennys Anruf wusste, dass jemand das Buch verloren hatte und wiederhaben wollte.
    Also entschloss sie sich ganz spontan zu einem Fluch. Sie ging zu ihrem heimlichen Hexenaltar im Schrank, schlug das Buch bei dem wohl eher witzig gemeinten Ritual ‘So kehrt man die Sexualität um’ (oder auch, wie Nele es nannte ‘So mach ich eine Schwuchtel aus meinem Ex damit andere Frauen vor ihm geschützt sind’) und bereitete alles vor. Draußen dämmerte es bereits. Das war die perfekte Zeit für einen schwarzmagischen Spruch. Also nahm Nele sich schön viel Zeit und zog es durch.
    Eine Stunde später hatte sie alles weggeräumt und legte das Buch auf den Tisch im Wohnzimmer.
    Dann endlich klingelte es an der Tür. Auf dem Weg dorthin sah Nele auf die Uhr.
    “So was, nicht mal zwei Stunden vergangen seit sie Bescheid gesagt hat, sie muss sich beeilt haben”, dachte sie.
    Und richtüüüg, Jenny kam rein. Ohne viel Aufhebens lief sie ins Wohnzimmer und ließ sich auf die Couch fallen. Ihre Tasche sowie zwei volle Plastiktüten von dm stellte sie auf dem Boden ab.
    “Uff! Alter, der hat mich vielleicht gehetzt, das glaubste nicht! Wo ich heute eigentlich nicht mehr von der Couch aufstehen wollte”, sagte sie zu Nele. Auch Loki war natürlich reingekommen und lief schnüffelnd durch die Wohnung.
    “Wo ist das Buch, wo ist es? Mein Schatzzz”, sabberte er.
    “Ähm ja, da.” Nele zeigte zum Tisch. Loki zog den Kopf unterm Teppich hervor und eilte dahin.
    “So offensichtlich lässt du es herumliegen, Mensch, Kind, wenn die Riesen das bemerkt hätten…”
    “Hast du nicht gesagt, der sieht wie Tom Hiddleston aus?” fragte Nele.
    “Ja. Loki!” Jenny schnipsste mit ihren Fingern.
    Der junge, rothaarige Mann, dessen Haar nun immerhin gegeelt war und ihn so wie einen schmierigen, irischen Mafiosoboss aussehen ließ, hob seinen Kopf.
    “Turn into HIM!”, befahl Jenny.
    “Okay.” Schwuppdidups, und aus Loki wurde…
    “Neiiin, doch nicht Ville Vallo!” sagte Jenny. “Tom! So wie vorhin bei mir.”
    “Oh. Geht klar.” Schwuppdidupps etc., Tom Hiddleston persönlich saß nun da auf dem Boden vom Tisch und beschnüffelte das Veleda-Buch.
    “Jemand hat vor kurzem einen Zauber aus diesem Buch gewirkt”, sagte Tom.
    “O M G!” sagte Nele.
    “He. Hehehe. Ich sags ja”, sagte Jenny.
    “Darf ich dich anfassen? Ja?” Sie näherte sich Loki-Tom und berührte seine Haare. Loki-Tom sah sie mit zusammen gekniffenen Augen an.
    “Hast du gezaubert?”
    “Oh, danke, du bist selber auch ganz bezaubernd”, sagte Nele.
    “Wie gemeiiin mir hast du keine blümigen Komplimente gemacht!” sagte Jenny. “Jetzt wo ich darüber nachdenke, warst du sogar ganz und gar unhöflich!”
    Loki verwandelte sich wieder zurück in den Mafiosoboss und hob das Buch in die Höhe.
    “Denkst du, die Riesen merken es nicht, wenn das Buch der Veleda nach neunhundertjährigem Schlaf zum ersten Mal wieder benutzt wird? Bald werden sie hier sein! Wir müssen fliehen!!”
    “Huh.” Nele schüttelte den Kopf, plötzlich befreit von allen Teeniehormonen. Plötzlich war Tom weg. Hm. Nicht gut.
    “Ich kann nicht fliegen”, sagte Jenny, die gerade in der Nase popelte. Dann schmierte sie den Finger an der Couch ab und gähnte.
    “Also, ich geh dann mal wieder nach Hause, ich bin echt total müde.”
    Loki sprang auf. “Zu dir nach Hause, aber das ist doch um die Ecke. Der Bus hat gerade mal zehn Minuten gebraucht! Das schaffen die Riesen in einem Schritt.”
    “Hä? Was für Riesen denn auf einmal?” Nele kratzte sich am Kopf.
    “Keine Ahnung, der labert dauernd son Scheiß.” Jenny zuckte mit den Schultern. “Hab übrigens gerade schon meinen ersten Kürbiskaramellkaffee selbstgemacht. Der erste von tausenden.”
    Jenny grinste, Nele nickte nur. Kürbisse. Das war alles, woran Jenny dachte, typisch.
    Obwohl, Kaffee ja auch. Keine schlechte Idee. Sie hatte ihren Gästen noch gar nichts angeboten.
    “Wollt ihr Wasser oder Tee, oder doch Kaffee? Hab auch koffeinfreien da”, sagte sie mit Blick auf Loki, der nervös auf und ab ging.
    “Mit Kürbiskaramell?”, fragte Jenny, ihre Augen leuchteten auf. Aber dann kratzte sie sich am Kinn. “Andererseits, wenn ich zuviel davon trinke, vergeht das Besondere verloren, verstehste, das special feeling. Ich will mir selber höchstens einen pro Tag erlauben. Aber heute ist ja Saisonbeginn, und somit müssen wir feiern. Okay, überrredet, heute gönn ich mir noch nen zweiten.”
    “Nee, hab nur normalen Kaffee.”
    Nele ging in die Küche, und hinterließ Jenny total verdutzt. Immer wieder fragte sie sich, ob Nele vielleicht eine noch unentdeckte psychische Krankheit hatte. Wer war denn bitteschön so unenthusiastisch wenn es um den Herbst und all seinen Facetten ging?
    “Wir werden alle sterbeeeen!!!” Loki raufte sich die Haare.
    “Boah, komm mal wieder runter, ey, wie viel Kaffee hattest du denn heute schon? Eindeutig zu viel”, sagt Jenny.
    Nun zog Loki ein Handy aus der Tasche, ein voll altmodisches, das er aufklappte bevor er auf den Tasten rumtippte.
    “Wie funktionert das noch mal…” murmelte er dabei.
    Währenddessen zog Jenny das Buch, wegen dem sie hergekommen waren, zu sich. Es war sehr alt, das Leder war rissig und brökelte ab. Warscheinlich war es sogar echtes Leder, von ner heiligen Kuh oder so. Die Seiten drinnen waren vergilbt, aber die Tinte noch nicht verblasst. Ja, ja, früher wurde halt noch Qualität hergestellt. Es gab Zeichnungen von komischen okkulten Symbolen und Text in einer ordentlichen Schrift.
    “Simsalabim, Sesam öffne dich”, sagte Jenny, weil das der einzige Zauberspruch war, den sie kannte. Dann entdeckte sie ein Eselsohr und schlug die so markiete Seite auf.
    “So kehrt man die Sexualität um, kraasss, wie homophob ist das denn bitte? Was fürn Müll. Das sollte man echt wegwerfen”, sagte sie. Dann entdeckte sie, dass der Standarttext Ergänzungen hatte, und zwar waren die Pronomen mit Bleistift durchgestrichen worden und jemand hatte ‘Sebastian’ darüber geschrieben.
    Was für ein merkwürdiger Zufall.
    Und war das nicht eher ein Name, der seit kurzem modern war?
    “Loki? Gab es früher eigentlich genausoviele Sebastians wie heute?”
    Loki antwortete, ohne seine Beschäftigung mit dem Handy zu unterbrechen.
    “Ich habe keine Ahnung, wovon du redest. Wir müssten gleich mal los, ne, zieh dir schon mal deine Schuhe an und geh am besten noch mal auf Klo.”
    “Boah, ich kann nicht mehr, okay?! Außerdem wüsste ich nicht, warum ich noch mal irgendwo mit dir hingehen sollte. Warum bist du egentlich noch hier?”
    “Deine Freundin hat den Geruch von Veledas Buch an ihren Händen, die Riesen sind nun auch hinter ihr her.”
    “Ich bin sicher, sie kann sich die Hände waschen. Seife und so.”
    “Magischer Geruch geht nicht mit Seife weg!”
    “Ach? Wie denn dann?”
    “Mit Salz. Immer schön Salz benutzen”, murmelte Loki, noch auf sein Handy schauend, das einfach nicht funktionieren wollte. (Was er nicht wusste, war, dass man den Akku schon ab und zu aufladen musste.)
    “Gut, dann wäscht sie sich ihre Hände halt mit Salz. Whatever.” Jenny schüttelte den Kopf und zog endlich mal ihre herbstlichen, dunkelbraunen Stiefel aus.
    “Waaas, warum ziehst du die jetzt aus? Anziehen hab ich gesagt!” Loki sah nun doch auf. “Außerdem, seit wann zieht man seine Schuhe nicht mehr nach guter alter, deutscher Sitte an der Tür aus?”
    “Also erstens, es gibt keine guten, alten und deutschen Sachen. Und zweitens…” Jenny beugte sich vor und sah sich Lokis Füße an. Tatsächlich, er trug nur weiß-gebliche Socken, in denen diverse Löcher drin waren. Einer seiner Zehen schaute raus.
    “Lol!”, sagte Jenny. “Wann wurden die denn zum letzten Mal gewaschen?”
    “Ich wasche meine Füße mindestens einmal im Monat!”
    “Hahaha! Ich meinte die Socken… hahaha!”
    “Ach so. Na ja, das kann schon ein paar Jahre her sein.” Loki steckte sein Handy in die Tasche und stand auf.
    “So, kommt ihr?”
    “Nee! Wir trinken jetzt erst mal schön ein Käffchen”, sagte Nele, die gerade mit einem Tablett reinkam.
    “Mit Kuchen?” fragte Jenny.
    “Ja.”
    “Kürbiskuchen?” Jenny hüpfte leicht auf und ab.
    “Nein.”
    “Oh. Hm.”
    Es klingelte an der Tür.
    “Die Riiiesen!” rief Loki. “Schnell, wir müssen fliehen.”
    “Würden Riesen denn klingeln?” hinterfragte Jenny seine Logik (von der sein Name jawohl nicht abstammen konnte), während Nele zur Tür ging, um aufzumachen.
    “Ich habe tausend mal angerufen!” sagte Sebastian, der herein kam.
    “Tja, Pech, hab dich geblockt.”
    “Das wegen gestern tut mir voll leid! Echt. Ich wollte gerade losgehen, da hatte meine Mama nen Schlaganfall und ich musste sie ins Krankenhaus bringen! Voll echt, Alter! Hab die Krise gekriegt, kannste mir glauben. Da hab ich dich so vergessen, ischwöre aber nur ne Stunde lang, dann sofort wieder an dich gedacht mein Schatz!”
    Er wollte sie umarmen. Nele trat mit verschränkten Armen zurück und musterte ihn. Konnte man ihm diese Ausrede glauben?
    “Wir müssen looos!” Loki kam angerannt und hockte sich auf den Boden, um seine Schuhe anzuziehen. Jenny kam hinterher und bekam noch nen Lachanfall.
    “Nein! Solche Jesuslatschen hast du, hahaha, omg, kraass!”
    “Was ist mit Jesus? Der schuldet mir noch Geld vom letzten Pokerabend”, sagte Loki.
    “Und dazu die Socken! Ich kann nicht mehr, ahahaha!” Jenny hielt sich den Bauch vor lachen.
    “Jo, hi Jenny”, sagte Sebastian. “Und… äh…”
    Er sah Loki an. Loki beachtete ihn nicht. Sebastian fiel auf die Knie und starrte weiterhin.
    “Alter! Wie kann ein Mann so schön sein? Ischwör, hab ich noch nie gesehen!”
    “Tja, viel Sport, jeden Tag nen Apfel und nie den Scöhnheitsschlaf vergessen”, sagte Loki. Endlich hatte er seine Sandalen fertig angezogen und sprang auf.
    Sebastian auch.
    “Alter, ich glaub ich liebe dich! Voll hübsch, ey!”
    “Hallooo? Ich dachte du wärst gekommen, um dich bei mir zu entschuldigen?” sagte Nele.
    “Ja aber guck doch mal wie krass hübsch der ist”, sagte Sebastian, ohne die Augen von Loki zu nehmen.
    Nele sah Loki an. Seine Klamotten hatten schon mal bessere Tage gesehen, seine Lippen waren spröde und seine Haare fingen an, gegen das Gel zu rebellieren.
    “Naaah ja”, sagte sie.
    “Ey, sag nix gegen… eh, wie heißte eigentlich?”, fragte Sebastian Loki.
    “Ich bin Loge-Loptur-Loki, Sohn der Laufey und Tochter des Farbauti, auch genannt Nal und Vedrung, also, meine Eltern, ich habe mit bei der Schaffung der Welt geholfen und habe heutzutage nichts Besseres zu tun, als nur als lustiger Trickster oder Bösewicht zu erscheinen und die Menschen bei ihrem Gezanke zu unterstützen. Tja, wer sagt, dass die Zeiten sich nicht zum Besseren wenden, he?”
    Endlich hörte Jenny auf zu lachen. Sie wischte sich die Tränen aus den Augen.
    “Herrlich, herrlich. So. Jetzt nen Kaffee.”
    “Versteh ich net”, sagte Sebastian.
    “Loookiii”, sagte Loki.
    “Wie der Böse aus Thor?”
    Loki seufzte abgrundtief.
    “Ja. Genau so. Und können wir jetzt verdammt noch mal losgehen?”
    “Wohin willste denn, Püppschen?” fragte Sebastian. “Ich fahr dich überall hin, auf die ganze Welt, ischwör.”
    Irritiert sah Loki ihn an.
    “Auch nach Asgard?”
    “Eh, ja! Wenn du mir die Adresse fürs Navi sagst!”
    Lokis Augen verkleinerte sich. “Narfi? So heißt mein Sohn, woher kennst du den?”
    “Oh, du hast schon Kind? Eh, egal, hat mich noch nie so wenig gestört wie jetzt bei dir!”
    Nele kam gar nicht mehr raus aus dem Empörtsein, ihr Mund klappte auf aber sie vergaß jegliche Schimpfworte, die sie kannte. Und sie kannte ziemlich viele.
    Jenny dagegen konnte wieder klar denken, und die Einträge im Buch der Veleda fielen ihr ein. Schnell holte sie es und hielt es dann vor Neles Augen.
    “Hat das vielleicht hiermit zu tun, möglicherweise, ein ganz kleines bisschen?”, fragte sie.
    “Ach! Das hätte ich fast vergessen, haha, das brauchen wir ja.” Loki riss das Buch an sich.
    “Ah. Ja. Hm. Das könnte es erklären”, sagte Nele, die ihren Fluch schon wieder vergessen hatte, wie es eben geschah bei solchen kleinen Alltäglichkeiten.
    “Dann sag den Gegenzauber”, sagte Jenny.
    “Weiß gar nicht, ob da einer drin steht? Zeig mal her”, forderte Nele Loki auf.
    Doch der presste das Buch an sich.
    “Nee. Damit muss ich jetzt weg, ich habe schon viel zu viel Zeit in Midgard verplempert. Hab ja jetzt ne Mitfahrtgelegenheit, also brauch ich euch nicht mehr. Tschüühüüß!”
    Ohne zu winken (OMG!) lief er durch die noch offene Tür. Sebastian ging ihm hinterher.
    “Boah, nee! Ich will schlafen!” beschwerte Jenny sich.
    Nele seufzte. “Wir müssen da jetzt mit, oder?”
    “Kommt mir schon so vor, ja. Hm.” Jenny kratzte sich am Kopf.
    “Immerhin hat Sebastian nen BMW. Da ist es gemütlich drinnen”, tröstete Nele ihre Freundin.
    “Okay, na gut. Warte, ich hol noch eben meine Sachen.”
    Nele ging schon mal runter, um den anderen mitzuteilen, dass sie mitkamen. Ein paar Minuten später kam auch Jenny runter. Hey, den Kaffee hatte sie sich jawohl noch verdient. Sie schleppte die zwei vollen dm-Tüten an, verstaute sie im Kofferraum und ging noch mal hoch, um ihre normale Tasche zu holen.
    Nele fiel ein, dass es für sie auch besser wäre, ihre Tasche inklusive Geld und Perso mitzuhaben, und ging auch noch mal hoch. So weit vertraute sie Sebastian noch, dass er auf sie wartete.
    “Muss noch mal kurz pinkeln!”, rief Jenny, auf dem Weg zum Bad, ihr zu.
    Das kam Nele natürlich gelegen. Schnell ging sie in ihr Schlafzimmer und packte ihr immer bereitstehendes Reisemagie-Set ein. Und noch ein paar Ersparnisse, man wusste ja nie.
    Als sie auf dem Weg nach unten waren, bebte die Erde. Nicht viel, aber doch spürbar, und außerdem im Takt. Bumm. Bumm. Bumm.
    “Erdbeben?”, fragte Jenny.
    “Wäre so was nicht durchgehender?”
    “WIR FAHREN DANN MAL NE?” rief Loki von unten.
    Die Mädchen rannten los und sprangen in den Wagen. Schon fuhr Sebastian mit quietschenden Reifen los. Die Mädels drehten sich um und schauten aus dem Rückfenster. In einiger Entfernung waren tatsächlich… Riesen auf dem Weg zu ihnen.“

    #9789

    Nion
    Keymaster

    Fonti ist es gelungen. Er hat mich am Hosenbein hierher geschleift und das heißt wohl, ich soll schreiben.
    Oha, Minna, ich bin in der Statistik direkt unter dir. Allerdings ist das doch ein ganz schöner Brocken Wörter. Aber wenn ich dich überklettere, braucht es nur noch 20 weitere Wörter, um Fonti glücklich zu füttern. Das wäre doch mal ein Plan.
    Also dann: Scrivener öffnen und losschreiben. Jetzt. (Ich meine jetzt, Nion.) (Fonti meint das auch.) (Herrje …)

    #9793

    Rachel N.
    Teilnehmer

    scrivener öffnen ist doch ganz leicht… Nur dann da zu bleiben und zu schreiben, das ist noch mal was ganz anderes. xD

Ansicht von 10 Beiträgen - 111 bis 120 (von insgesamt 166)

Du musst angemeldet sein, um auf dieses Thema antworten zu können.