Hat Dein Monster auch Urlaubspläne?

Monster können anspruchsvoll sein.
Das Hungergefühl meines Fontis hatte ich zu Beginn des Monats vielleicht unterschätzt. Oder ich habe mich überschätzt. Fonti jedenfalls – nun, es ging ihm nicht dauerhaft dreckig, aber an vielen Tagen hätte er doch glücklicher sein können.
Letztes Wochenende, während unseres kleinen Ausflugs in die Vogesen, hatte seine Laune so ziemlich den Tiefpunkt erreicht. Unglücklich ist er hinter mir hergestolpert. Anfänglich hat er noch gemurrt, dann wurde er leise. Das ist immer ein schlechtes Zeichen. Ich habe es nicht sofort bemerkt, aber gerade noch rechtzeitig, um ihn von dem Stacheldrahtzaun abzupflücken, ehe er dazu kam, sich den Rachen aufzuschlitzen. Er hatte die Knoten im Drahtzaun eine Zeit lang betrachtet und sich in seiner misslichen Lage wohl eingeredet, sie könnten einen versteckten Code darstellen. Wörter also …
Ich muss gestehen, dieses Erlebnis hat mich geschockt. (Zum Trost habe ich Fontis Ausflug in die Vogesen schnell aufgeschrieben und ihn mit dem Bericht gefüttert.)

Monsterglück

Auch wenn meinem Fonti beinahe etwas Schlimmes passiert wäre, Monster verkraften es, wenn wir nicht immer dazu kommen, sie mit frischen Wörtern zu versorgen. Dann fressen sie gesprochene oder gedruckte Wörter. Glücklich machen die sie allerdings nicht. Ich vermute, ihre Laune hat in Wahrheit gar nicht so sehr mit dem Inhalt ihres Magens zu tun, sondern hängt vielmehr davon ab, ob sie das Gefühl haben, ihre Aufgabe gut zu erfüllen. Das kann ich nachvollziehen. Mich selbst macht schließlich kaum etwas so glücklich, wie wenn ich meine Ziele erreiche. Und kaum etwas betrübt so, wie wenn man ihnen nur hinterherläuft.

Auf dem Weg zum Ziel

Die Motivationsmonster sind in unser Leben getreten, um uns dabei zu helfen, unsere selbstgesetzten Ziele zu erreichen.
Für mich war der April ein Schreibmonat. Für das Camp NaNoWriMo habe ich mein Manuskript, das ich aktuell überarbeite, einen Monat ruhen lassen und stattdessen an meinem Projekt vom letzten Herbst weitergeschrieben. Mit dem Monatsende hat das allerdings ein Ende. Ich muss korrigieren, und zwar richtig. Dafür brauche ich Zeit, und selbst wenn ich Zeit übrig hätte, könnte ich keine leckeren Worthäppchen für Fonti zubereiten. Es soll Menschen geben, die vormittags an Projekt B schreiben und nachmittags Projekt A überarbeiten. Ich gehöre nicht dazu. Wenn eine Sache gut werden soll, muss ich mich darauf konzentrieren.
Glücklicherweise versteht Fonti das. Die eine Sache, die er nicht mag, ist Multi-Tasking.

Ein wortloser Monat also?

Ein Motivationsmonster gibt alles, wenn Du es brauchst. Und hast Du seine Unterstützung für einen Monat angefragt, ruht es nicht, ehe der letzte Tag des Monats erreicht ist. Dann allerdings kann es sich auch bescheiden. Wenn seine monstermäßigen Fähigkeiten vorerst nicht mehr gefragt sind, weil Deine Ziele nicht zu den Feldern passen, auf denen das Monster brilliert, kann es auch mal eine Auszeit nehmen.
Meinen Fonti werde ich im Mai beurlauben. Wie es im Juni aussieht, kann ich noch nicht sagen. Spätestens im Juli rufe ich ihn wieder auf die Matte. Schließlich geht es im Juli ins NaNoWriMo Sommercamp, und da ich mein Ziel in diesem April nicht erreicht habe, heißt das für mich: zweite Chance. In 2017 werde ich das Camp endlich einmal gewinnen!

Fonti hat Urlaubspläne

In Deinem Profil gibt es einen neuen Menüpunkt > Monster.

Im Monster-Bereich kannst Du Deinen adoptierten Monstern ihre Rationen zuteilen.
(Ab Mai kannst Du, wenn Du möchtest, ein zweites Monster adoptieren. Bevor Du das tust, solltest Du Dir allerdings den Artikel durchlesen, der morgen auf meinem Blog erscheint. Wir haben eine zweite Monsterart auf uns aufmerksam machen können …)
Wenn Du nach unten scrollst siehst Du außerdem, ob Dein Monster plant, im neuen Monat erst einmal Urlaub zu machen. Du kannst die Option direkt ausschalten, dann geht es weiter wie bisher. (Nimm dafür den Haken weg und wähle oben auf der Seite „Werte speichern“.) Wenn Du dem Monster die Option lässt, wird es seinen Hunger zum Ersten des neuen Monats erst einmal eindämmen.
Du kannst Dein Monster jedoch jederzeit aus dem Urlaub zurück an Deine Seite rufen. Grundsätzlich haben die Monster nichts dagegen, ab und zu eine Pause einzulegen. Für ihre Gesundheit brauchen sie die jedoch nicht. Wenn Du unermüdlich bist, wird es Dein Monster auch sein. Mit Freunde!

6 thoughts on “Hat Dein Monster auch Urlaubspläne?

  • Reply Ani 1. Mai 2017 at 5:54

    Ich möchte mich für die monstermäßig tolle Arbeit bedanken, die du dir hier machst. Ich wünsche einen schönen „Urlaub“

    • Reply Nion 3. Mai 2017 at 13:59

      Hallo Ani,

      vielen Dank! ♥ So ein Danke streichelt die Seele. Ich teile es natürlich mit meinem Schwester-♥, dem Glücksmonster, deren tolle Grafiken den Monstern erst ein Gesicht geben.
      Fonti macht zwar Urlaub, aber für mich geht es natürlich weiter – für mich und Momo, mein Stundenmonsterchen, das mich in diesem Monat hoffentlich ordentlich zur Überarbeitung antreibt.

  • Reply Yana 1. Mai 2017 at 9:14

    Das ist eine super Idee! 🙂 Manchmal läuft es einfach nicht oder man muss halt überarbeiten, da ist es doch schön, dass man dem Monsterchen Urlaub geben kann 🙂 geht das auch nur für Tage oder muss man immer einen ganzen Monat nehmen? 🙂 Manchmal ist man ja nur übers Wochenende oder für eine Woche verreist.

    • Reply Nion 3. Mai 2017 at 14:07

      Hallo Yana,

      vielen Dank für Deinen Kommentar.
      Urlaub für ein paar Tage gibt es leider nicht. Wenn die Monster sich erstmal auf ein Projekt eingeschossen haben, dann kommt ihre Monstermotivation zum Vorschein, die lässt sich nicht mehr bremsen.
      Das Monster kann sich jeweils zum Monatsende in Monster-Meditation zurückziehen. Aufwecken kann man es jederzeit, allerdings wird es dann wieder bis zum Monatsende seine Rationen einfordern.

      (Die Idee dahinter ist, dass man sich am Anfang des Monats ein Ziel setzt, und sich dann eben einen Monat lang auf den Hosenboden setzt, um es zu erreichen. Um einzelne „Ausfalltage“ zu überbrücken gibt es ja die Wochenmonster, die nicht jeden einzelnen Tag gefüttert werden müssen. Hat man ein Tagesmonster und füttert es ein paar Tage nicht, wird es – je nachdem wie gut es vorher gefüttert wurde – erstmal einen knurrenden Magen haben, dann hangry sein und erst dann verzweifelt. Zum Glück bedarf es nur eines einzigen Wörtchens am Tag, um die Verzweiflung zu verhindern. Dann muss man sich schonmal keine schwimmenden Monsteraugen ansehen, die sind ja wirklich fürchterlich. Sobald Du Deinem Tagesmonster wieder eine voll Tagesration verfütterst, hat es seine gute Laune zurückgewonnen. Es verkraftet schlechte Tage also relativ schnell. Könnte man es jederzeit für ein oder zwei Tage in den Urlaub schicken – würde der Motivationsgedanke dahinter vermutlich bald nicht mehr ziehen. Darum, glaube ich, lassen die Monster in diesem Punkt nicht mit sich reden.)

  • Reply SonjaBi 1. Mai 2017 at 12:30

    Herr Ursel musste wegen meiner Oma, die am Dienstag verstorben ist, auch ein bisschen Hungern.
    Habe ihn heute allerdings gefüttert und es geht ihm wieder prächtig 🙂
    Vielleicht adoptiere ich ein zweites Monster, eins für meine Werbetexter-Arbeit und eines für Fiktion 🙂

    • Reply Nion 3. Mai 2017 at 14:11

      Hallo SonjaBi,

      ja, manchmal passiert das. Aber zum Glück lassen sich die Monster ganz schnell wieder glücklich füttern und sind kein bisschen nachtragend. Sie verstehen im Grunde ja auch, dass manchmal eben das Leben dazwischen kommt.
      Ich wünsche Dir alles Gute! Ich hoffe, Herr Ursel steht Dir ein bisschen zur Seite und hilft Dir dabei, den Verlust zu verarbeiten.

      Alles Liebe, Nion

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