• Countdown zum #MonsterJuliCamp

    Ist wirklich schon der 25. Juni? Es kommt mir vor, als hätten die Monster das Monster-Camp erst vor ein paar Wochen abgeschlagen. Noch kürzer scheint das ganze erste halbe Jahr gewesen zu sein. Meine Momo hat in den vergangenen zwei Monaten ordentlich Stunden auf ihr Zeitkonto geschrieben, aber mit dem Juli kommt Fonti wieder ins Spiel, mein Wordcount-Monster. Zwei Monate Urlaub waren dann auch lang genug, was meinst Du?

    Im Juli findet wieder ein Camp NaNoWriMo statt, und zeitgleich reisen auch die Monster wieder an den See, bauen Zelte auf, sitzen abends ums Lagerfeuer und widmen den Monat dem Schreiben und ihrer Kreativität. Bist Du dabei? Samstagmorgen geht der Zug. Dann findest Du unter dem Menü-Punkt »Monster-Camp« wieder die vertraut gemütliche Umgebung zum gegenseitigen Anspornen, Aufbauen, Herausfordern und Ablenken. Mein Fonti ist schon ganz hibbelig, auch wenn er die Aufregung ziemlich überzeugend hinter seinem verklärten Gesichtsausdruck versteckt. Um ihm und uns die Wartezeit zu verkürzen, gibt es für die letzten fünf Tage eine kleine Countdown-Challenge.

    Countdown zum #MonsterJuliCamp

    Angelegt ist der Countdown als Instagram-Challenge, aber Du kannst natürlich auch auf Twitter, Facebook oder in anderen Sozialen Netzen daran teilnehmen. Verwende das Hashtag #MonsterJuliCamp und stimm Dich mit uns auf den Schreib-Juli ein.

    t-5 | Mo, 26.06.: Welches Ziel setzt Du Dir für Juli?

    #monatsziel #monsterziel
    Welches Wortziel steckst Du Dir für Juli? Oder planst Du, nicht zu schreiben, sondern zu plotten / zu überarbeiten / Worldbuilding zu machen oder hast ein ganz anderes persönliches Ziel? Teil es mit uns. Du weißt ja, Ziele, die Du formulierst, werden gleich viel echter.

    t-4 | Di, 27.06.: Nimmst Du offiziell am Camp NaNoWriMo teil?

    #campnanowrimo
    Wenn ja, dann leg heute Dein Projekt auf der Camp NaNoWriMo Seite an und verrate uns Deinen Benutzeraccount. Suchst Du noch nach einer gemütlichen Cabin? Die Monstermotivations-Hütte hat bisher nur einen Bewohner. Melde Dich hier unter dem Beitrag oder im Monster-Chat, wenn Du eine Einladung möchtest.

    t-3 | Mi, 28.06.: Was ist Dein Juli-Projekt?

    #schreibprojekt #monsterprojekt
    Verrat es uns. In welchem Genre willst Du schreiben? Hast Du schon einen Titel? Die Figuren? Einen Plot? Oder lässt Du Dich überraschen und schreibst ganz ins Blaue?

    t-2 | Do, 29.06.: Welches Monster wird Dich unterstützen?

    #motivationsmonster
    Stell uns Dein Monster vor. Wie gut kennt Ihr Euch schon? Hat es Dir eventuell schon einmal Modell gestanden? Zeig uns Dein Bild oder erzähl uns eines Eurer gemeinsamen Erlebnisse. Wenn Du noch auf der Suche nach einem Monster bist, schau in den nächsten Tagen ruhig häufiger auf der Ankunftsplattform vorbei. Die Monster hat das Camp-Fieber gepackt und sie werden in den kommenden Tagen vermutlich wieder zahlreicher anreisen. Nach welchen Monster-Eigenschaften hältst Du Ausschau?

    t-1 | Fr, 30.06.: Wo schreibst Du?

    #schreibort #schreibenunterwegs
    Der Juli ist für viele Urlaubszeit. Wirst Du die ganze Zeit zuhause sein, oder bereist Du die Welt? Wo wirst Du schreiben? Was wandert dafür in Dein Gepäck? Wie planst Du, die Sache durchzuziehen?

    Ich freu mich schon jetzt auf alle Eure Beiträge und auf den Start ins Camp am Tag t-0.

  • Darf ich vorstellen? – Die »Momo«-Monster

    Der neue Monat ist da! DER neue Monat, Mai. ♥ Und ich fühle mich … so allein. Fonti hat sich in den Urlaub verabschiedet, und auch wenn er mir mit seinem Blick manchmal ganz schön zugesetzt hat, fehlt er mir schon jetzt ganz schrecklich. Aber es wäre Quatsch. Egoistisch. Ich habe es schon im April nicht geschafft, ihn durchgehend glücklich zu füttern. Ich muss diesen Monat meine Zeit in die Überarbeitung stecken, und das ist einfach nicht sein Fachgebiet.

    Zum Glück gibt es ein Aber. Aber: Es gibt Monster da draußen, deren Fachgebiet die Überarbeitung ist. Auch solche, die gern plotten. Figuren entwerfen, Welten bauen oder Musik schreiben. Es gibt sogar Monster, deren ganze Leidenschaft im Frühjahrsputz liegt. (Verrückt, I know …)
    Und das beste ist: Sie sind in diesem Moment hierher unterwegs, die

    Stunden-Monster

     
    (Oder, wie ich sie liebevoll gern nenne, die Momo-Monster. ;))

    Im Gegensatz zu Wordcount-Monstern brauchen Stunden-Monster nicht mit Wörtern gefüttert werden, um glücklich zu werden. Sie wollen von Dir, dass Du Zeit mit ihnen verbringst. Sie haben ganz unterschiedliche Lieblingsbeschäftigungen und genauso unterschiedliche Vorstellungen davon, wie die gemeinsame Zeit daher gestaltet werden sollte. Ähnlich wie diese faszinierende Sache mit dem Wordcount-Monster-Magen, gibt es anhänglichere Stunden-Monster, die täglich Deine Aufmerksamkeit brauchen, und solche, die unabhängiger sind und nur ein gewisses Zeitkontingent pro Woche von Dir einfordern.

    Ich bin so aufgeregt, ich kann ihre Ankunft kaum noch erwarten. Sie werden natürlich nicht alle auf einmal anreisen, sondern nach und nach. Leider gab es heute Nacht wohl ein paar Probleme auf der Zugstrecke. Eine Weiche scheint sich verklemmt zu haben, so dass der erste Zug aktuell einen Umweg nimmt. Die Ankunftszeit ist noch ungewiss. Wir müssen uns also noch ein bisschen gedulden. Dafür werden wir ihnen einen feierlichen Empfang bereiten!

    Mit Ankunft der Stunden-Monster ist es ab heute möglich, zwei Monster zu adoptieren. Die beiden müssen nicht zwingend unterschiedlicher Art sein. Ein Wordcount-Wochen-Monster und ein Wordcount-Tages-Monster geben mit Sicherheit auch ein tolles Gespann ab. Beachte aber, dass wir die Zahl der möglichen Monsteradoptionen nicht beliebig nach oben schrauben werden.

    Wenn Du noch Fragen zur Monsteradoption hast, schau doch mal im Adoptionsbüro vorbei. Dort wird vieles erklärt, und sollte doch noch eine Frage offen bleiben, bist Du direkt am richtigen Ort, um sie zu stellen.

    Dann verschwinde ich mal und halte nach diesem Zug Ausschau.
    Ich wünsche Euch einen tollen Mai!

  • Hat Dein Monster auch Urlaubspläne?

    Monster können anspruchsvoll sein.
    Das Hungergefühl meines Fontis hatte ich zu Beginn des Monats vielleicht unterschätzt. Oder ich habe mich überschätzt. Fonti jedenfalls – nun, es ging ihm nicht dauerhaft dreckig, aber an vielen Tagen hätte er doch glücklicher sein können.
    Letztes Wochenende, während unseres kleinen Ausflugs in die Vogesen, hatte seine Laune so ziemlich den Tiefpunkt erreicht. Unglücklich ist er hinter mir hergestolpert. Anfänglich hat er noch gemurrt, dann wurde er leise. Das ist immer ein schlechtes Zeichen. Ich habe es nicht sofort bemerkt, aber gerade noch rechtzeitig, um ihn von dem Stacheldrahtzaun abzupflücken, ehe er dazu kam, sich den Rachen aufzuschlitzen. Er hatte die Knoten im Drahtzaun eine Zeit lang betrachtet und sich in seiner misslichen Lage wohl eingeredet, sie könnten einen versteckten Code darstellen. Wörter also …
    Ich muss gestehen, dieses Erlebnis hat mich geschockt. (Zum Trost habe ich Fontis Ausflug in die Vogesen schnell aufgeschrieben und ihn mit dem Bericht gefüttert.)

    Monsterglück

    Auch wenn meinem Fonti beinahe etwas Schlimmes passiert wäre, Monster verkraften es, wenn wir nicht immer dazu kommen, sie mit frischen Wörtern zu versorgen. Dann fressen sie gesprochene oder gedruckte Wörter. Glücklich machen die sie allerdings nicht. Ich vermute, ihre Laune hat in Wahrheit gar nicht so sehr mit dem Inhalt ihres Magens zu tun, sondern hängt vielmehr davon ab, ob sie das Gefühl haben, ihre Aufgabe gut zu erfüllen. Das kann ich nachvollziehen. Mich selbst macht schließlich kaum etwas so glücklich, wie wenn ich meine Ziele erreiche. Und kaum etwas betrübt so, wie wenn man ihnen nur hinterherläuft.

    Auf dem Weg zum Ziel

    Die Motivationsmonster sind in unser Leben getreten, um uns dabei zu helfen, unsere selbstgesetzten Ziele zu erreichen.
    Für mich war der April ein Schreibmonat. Für das Camp NaNoWriMo habe ich mein Manuskript, das ich aktuell überarbeite, einen Monat ruhen lassen und stattdessen an meinem Projekt vom letzten Herbst weitergeschrieben. Mit dem Monatsende hat das allerdings ein Ende. Ich muss korrigieren, und zwar richtig. Dafür brauche ich Zeit, und selbst wenn ich Zeit übrig hätte, könnte ich keine leckeren Worthäppchen für Fonti zubereiten. Es soll Menschen geben, die vormittags an Projekt B schreiben und nachmittags Projekt A überarbeiten. Ich gehöre nicht dazu. Wenn eine Sache gut werden soll, muss ich mich darauf konzentrieren.
    Glücklicherweise versteht Fonti das. Die eine Sache, die er nicht mag, ist Multi-Tasking.

    Ein wortloser Monat also?

    Ein Motivationsmonster gibt alles, wenn Du es brauchst. Und hast Du seine Unterstützung für einen Monat angefragt, ruht es nicht, ehe der letzte Tag des Monats erreicht ist. Dann allerdings kann es sich auch bescheiden. Wenn seine monstermäßigen Fähigkeiten vorerst nicht mehr gefragt sind, weil Deine Ziele nicht zu den Feldern passen, auf denen das Monster brilliert, kann es auch mal eine Auszeit nehmen.
    Meinen Fonti werde ich im Mai beurlauben. Wie es im Juni aussieht, kann ich noch nicht sagen. Spätestens im Juli rufe ich ihn wieder auf die Matte. Schließlich geht es im Juli ins NaNoWriMo Sommercamp, und da ich mein Ziel in diesem April nicht erreicht habe, heißt das für mich: zweite Chance. In 2017 werde ich das Camp endlich einmal gewinnen!

    Fonti hat Urlaubspläne

    In Deinem Profil gibt es einen neuen Menüpunkt > Monster.

    Im Monster-Bereich kannst Du Deinen adoptierten Monstern ihre Rationen zuteilen.
    (Ab Mai kannst Du, wenn Du möchtest, ein zweites Monster adoptieren. Bevor Du das tust, solltest Du Dir allerdings den Artikel durchlesen, der morgen auf meinem Blog erscheint. Wir haben eine zweite Monsterart auf uns aufmerksam machen können …)
    Wenn Du nach unten scrollst siehst Du außerdem, ob Dein Monster plant, im neuen Monat erst einmal Urlaub zu machen. Du kannst die Option direkt ausschalten, dann geht es weiter wie bisher. (Nimm dafür den Haken weg und wähle oben auf der Seite „Werte speichern“.) Wenn Du dem Monster die Option lässt, wird es seinen Hunger zum Ersten des neuen Monats erst einmal eindämmen.
    Du kannst Dein Monster jedoch jederzeit aus dem Urlaub zurück an Deine Seite rufen. Grundsätzlich haben die Monster nichts dagegen, ab und zu eine Pause einzulegen. Für ihre Gesundheit brauchen sie die jedoch nicht. Wenn Du unermüdlich bist, wird es Dein Monster auch sein. Mit Freunde!

  • Plötzlich nichtig und klein?

    Manchmal braucht es einen Perspektivenwechsel. Wenn große Ziele gruselig werden, zum Beispiel, dann schau ich ganz gern nur auf die nächste Aufgabe. Auf den einen Schritt, den ich jetzt tun muss. Das mache ich einen Tag und einen zweiten Tag. Und noch einen Tag und dann einmal nicht, dann wieder, und wenn ich nicht aufpasse, passiert es mir in immer kleineren Intervallen, dass ich die Aufgabe schiebe. Ich weiß nicht, wofür ich sie Tag für Tag erledigen soll. Ich habe mein Ziel aus den Augen verloren.
    Das ist der andere Moment für einen Perspektivenwechsel.

    Heute bin ich geflogen. In einer winzig kleinen Maschine, auf dem Co-Pilot-Sitz. Das Steuer vor mir hat sich zu den Handgriffen des Menschen neben mir wie von Zauberhand bewegt. Meine Füße durfte ich nicht ausstrecken, weil ich sonst gegen die Pedale gekommen wäre, die, ehm, irgendetwas bewirkt hätten. Rechts-links, glaube ich, falls man das in der Luft so nennt.

     
    Ich muss gestehen, für die Steuerung habe ich mich eher nicht interessiert. Ich war zu begeistert von dem Blick aus meinem Fenster, runter auf die Welt, die ganz nah und trotzdem entfernt genug war, um sie einmal aus dem Weitwinkel zu betrachten. Braune Flüsse, schwarze Berge. Gelbe Felder und glitzernde weiße Ortschaften, wie Blüten über eine Wiese verteilt. Aus der Luft betrachtet macht alles einen Sinn, gehört zusammen, fließt ineinander. Und doch erkennt man jedes Detail.

    Der März ist eindeutig schon mehr als angebrochen. Und Ende März ist Ende des ersten Quartals. Der Respekt vor meinen Quartalszielen ist so groß, dass ich es noch immer nicht fertiggebracht habe, meine Monatsziele aufzuschreiben. Ich habe mich einfach geweigert. Die Seite im Kalender nicht aufgeschlagen, den Kalender nicht mehr aufgeschlagen. Das erste Quartal ist beinahe schon rum – wie ist das passiert?
    Seien wir ehrlich: So kommen wir nicht weiter. Also traue ich mich, jetzt, in diesem Moment, in dem ich diesen Artikel schreibe.

    Gewinn Abstand, sieh Dir Deine Ziele und Deine Erfolge von oben an.

    Und erstaunlicherweise ist es gar nicht so schlimm. Sieben Quartalsziele habe ich aufgeschrieben. Drei davon habe ich schon erreicht – indem ich kleine Schritte gegangen bin. Hinsichtlich zwei weiterer Ziele befinde ich mich auf der Zielgeraden. Ende des Monats werde ich auch sie erfüllt haben, ohne mich großartig anzustrengen. Das sechste Ziel, ja, das ist der Ursprung für mein flaues Bauchgefühl. Das Monster, das mich seit 12 Tagen davon abhält, die Quartalsziele aufzuschlagen und meine Monatsziele daraus abzuleiten. Es ist ein Ziel, das mir richtig wichtig ist. Und es ist ein Ziel, für das ich mich richtig ins Zeug legen muss, um es bis Monatsende noch zu erreichen. Vermutlich werde ich es nicht schaffen. Nicht ganz. Aber ›nicht ganz‹ heißt nicht, dass ich beruhigt den Kopf in den Sand stecken kann und nichts mehr tun muss. Ich kann zumindest ein Teilziel noch erreichen. Vielleicht sogar mehr. Vielleicht sogar Ziel #6.

    Und was ist mit dem siebten Ziel? In der agilen Projektplanung geht es darum, nicht schon zu Beginn einen kompletten Plan zu machen, ihn durchzuziehen oder zu scheitern. Es geht darum, ein Ziel vor Augen zu haben und in überschaubaren Intervallen überschaubare Päckchen zu schnüren, die man dann in Angriff nimmt. Die Bilanz eines jeden Planungszeitraums zeigt, was geplant und was erreicht wurde, und im Anschluss wird für den neuen Zeitraum neu priorisiert und neu geplant. Und hey, seien wir ehrlich, Ziel #7 ist da und vielleicht wichtig. Aber mir nicht wichtig genug. Nicht im Moment. So, what?

    Stürze ich mich also auf Ziel #6 und gebe mein Bestes! Deadlines sind grausam, aber auch sehr motivierend.
    Der März hat noch 19 Tage.

  • Schritt für Schritt zum Ziel

    Ziele sind toll.
    Sie glänzen richtig, wenn sie so auf dem Papier stehen und ich sie betrachte. Der Schwung der Buchstaben, der Verlauf des Stifts – wunderhübsch.
    Ich muss aufpassen, dass ich vor glückseligem Betrachten nicht vergesse, auch etwas für sie zu tun. Denn so schön man sie auch aufschreibt, sie erfüllen sich nicht von alleine.

    Der Januar ist noch jung – aber irgendwie schon zur Hälfte vorbei. Huch? Langsam kommen wir in den Bereich, in dem es ernst wird mit den Monatszielen. Wenn Deine zwei ersten Wochen im Jahr etwa so waren wie meine, hast Du an diesem Punkt zwei Möglichkeiten.
    Die erste Option: Wie bitte, ich wollte dieses Konzept zu Ende schreiben UND es mit jemandem durchsprechen UND es überarbeiten UND es bis Monatsende abgeben? Wozu? Ich wollte vier Bücher im Januar lesen? 13.000 Wörter schreiben? Alles auf einmal?? Nö.
    Oder Du ziehst es durch.
    Diese Ziele kommen nicht aus dem Nichts. Du hast sie Dir selbst gesetzt, weil sie für Dich wichtig sind. Weil Du Dein Leben gestalten willst und etwas erreichen. Jahresziele. Deine Januarziele sind einer von zwölf Schritten dorthin.
    Also los, und diesmal mit Motivation.

    Ziele herunterbrechen

    Ich hatte bereits geschrieben, dass ich meine Monatsziele wiederum in Wochenziele herunterbreche. Es geht noch kleiner. Tagesziele. Sessionziele. Aber ehe Du einen ganzen Tag damit verbringst, alles klein und noch kleiner und schließlich in winzige Schritte herunterzubrechen und exakt zu planen, welchen Zwischenschritt Du wann erreicht haben willst – nur um dann festzustellen, dass Du leider diesen Tag, der nun verstrichen ist, mit eingeplant hattest und alles wieder wegwerfen kannst: Plane einen Tag. Den, der als nächstes ansteht.

    Heute wird ein guter Tag

    An die Tagesplanung gehe ich nicht, indem ich mir Ziele setze. Manchmal sind es einfach nur Aufgaben, die ich erledigen muss. Und ich weiß nicht warum, Aufgaben sind weniger gruselig als Ziele. Aufgaben kann man einfach anpacken.
    Eine Aufgabe ist: Zwei Stunden an meinem Konzept arbeiten. Eine Aufgabe ist auch: Kapitel 3 des Konzepts schreiben. Ja, »Kapitel 3 schreiben« klingt schon sehr nach Ziel, aber für mich macht es einen Unterschied, ob ich einfach Kapitel 3 schreibe, oder ob ich das Ziel erreichen will, Kapitel 3 geschrieben zu haben. Indem ich die Aufgabe nur als Aufgabe und noch nicht als Ziel betrachte, muss das Ergebnis nicht final, nicht perfekt sein. Ich kann das Kapitel später noch überarbeiten. Morgen zum Beispiel, der morgige Tag ist noch nicht geplant. Ich kann Punkte ergänzen, sollte ich etwas vergessen haben. Oder ich kann es lassen, wie es geworden ist, wenn es mir gefällt.
    Ich mache mir also eine Aufgabenliste für den Tag. Und ich hake ab, was ich erledigt habe. Haken setzen ist eine sehr befriedigende Tätigkeit. Und weil sie nicht teuer sind, setze ich manchmal einfach ein paar Haken mehr. Wenn ich merke, eine Tätigkeit, bei der ich nicht in den Flow komme, zieht sich, breche ich sie weiter herunter. Ich muss für das Kapitel Recherche betreiben, ich brauche eine Statistik, die muss ich grafisch aufbereiten, dann der Text: Einleitung, Beschreibung des Schaubilds, Analyse, Schlussfolgerung. Indem ich quälende Aufgaben zerlege – und ja, dieses Konzept ist eine Qual – kann ich die Punkte nach und nach abarbeiten. Mit drei gesetzten Haken in die Mittagspause zu gehen ist ein so viel besseres Gefühl als mit dem flauen Eindruck: Ich habe stundenlang nur Informationen zusammengetragen. Ich habe noch nichts geschafft!

    Belohnung

    Ich arbeite SEHR gern mit Belohnungssystemen. Ich liebe sie. Und damit meine ich nicht, mir einen Blumenstrauß zu kaufen oder einen Cafébesuch zu gönnen. Ich setze Haken. Male Kästchen aus. Klebe Sticker. Ich mache meinen Erfolg sichtbar.
    Früher habe ich Aufgaben durchgestrichen, wenn ich sie erledigt hatte. Das kann auch sehr befriedigend sein, aber es stellt doch irgendwie in den Vordergrund, was wegfällt, nicht: was ich geleistet habe. Nicht jede Aufgabe, die man erledigt, hinterlässt etwas Sichtbares. Viele Aufgabe führen sogar zum Gegenteil. Etwas verschwindet. Postfächer werden leer, Papierstapel weg sortiert, Müll runter gebracht.
    Ich dokumentiere meine erledigten Aufgaben in meinem Kalender und wenn ich die Seiten durchblättere und sehe, was ich geschafft habe, breitet sich ein gutes Gefühl in mir aus.
    Mit diesem Gefühl setze ich mich entspannt auf die Couch. Und vielleicht werde ich meinem Ziel, vier Bücher im Januar zu lesen, einen Schritt näher kommen.
    Aber fürs Lesen setze ich keine Haken. Lesen ist bereits Belohnung.

  • Ziele statt guter Vorsätze

    Neues Jahr, neues Glück. Na, klar! Also her mit den guten Vorsätzen.
    Um 0.01 Uhr blicke ich voller Ambitionen in den verrauchten Himmel, kneife die Augen zusammen, um in dem ganzen Weiß so etwas wie den Schimmer eines Feuerwerksleuchten zu sehen. Am nächsten Morgen stehe ich nicht auf, weil: Kater und so. Und plötzlich ist die erste Woche rum. Der Arbeitsalltag ist zurück und mit ihm die alten Gewohnheiten. Und sowieso, die blöden Vorsätze, wer hat die überhaupt gemacht? Ich nicht.
    Jedenfalls nicht mehr, nachdem es mir ein paar Jahre ungefähr genau so ergangen ist.
    Zwischen dem 1. Januar und dem 31. Dezember wurde manches besser, manches schlechter. Das meiste blieb gleich.
    Diesmal bleibt nichts gleich. Ich bin trotzdem ohne Vorsätze ins neue Jahr gestartet. Ich habe mir stattdessen Ziele gesetzt.

    Das Problem mit guten Vorsätzen

    Gute Vorsätze sind wischiwaschi. Mehr Yoga machen. Regelmäßig schreiben. Gesünder essen. Angenommen, die Motivation meint es gut mit mir, dann halte ich solche Vorsätze vielleicht einen Monat lang durch. Eher kürzer. Es gibt nichts zu erreichen. Es geht darum, Dinge zu tun und andere Dinge zu lassen. Ab Tag #1 zählt der Vorsatz und von da an jeden Tag. Der gleiche Vorsatz. Immer wieder. Tag für Tag.
    Ich bin nicht gut in so etwas. Ich kann es durchziehen, wenn es sein muss, aber Spaß macht es mir nicht.

    Stattdessen: Ziele

    Ziele sind konkret. Ziele haben eine Deadline. Und Ziele sind etwas, das ich erreichen will. Nicht: Ab jetzt mehr Yoga, und zwar ab jetzt und … sonst?
    Um meine Ziele zu finden, habe ich mir zwischen Weihnachten und Silvester ein paar Tage Zeit genommen, beziehungsweise an ein paar Tagen jeweils ein paar Stunden.
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    Sammeln

    Im ersten Schritt habe ich erst mal alles zusammengekehrt, was durch meinen Kopf weht. In solchen Situationen male ich gern Mindmaps oder verwende Karteikarten. Da ich meine Ziele nur mit mir selbst auszumachen hatte, hat sich eine Mindmap angeboten. Ich achte nicht darauf, ob sich aus dem, was ich aufschreibe, tatsächlich ein Ziel ableiten lässt. Erstmal muss es vor allem raus aus dem Kopf und rauf aufs Papier. Bewerten kommt später.
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    Kategorisieren

    Die fertige Mindmap habe ich eine Weile studiert und Kategorien gebildet: Job, Kreativität, Freunde, Gesundheit, … Der schwierigste Teil kam jetzt: Aus den Armen der Mindmap habe ich Sätze abgeleitet. Ich habe noch immer nicht darauf geachtet, ob es sich bei meinen Formulierungen um Ziele handelt. Allerdings habe ich auf meine Formulierung geachtet: Aktiv, im Präsenz und so konkret wie möglich.
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    Ziele identifizieren

    Den ausformulierten Sätzen bin ich mit bunten Markern zu Leibe gerückt, um meine Ziele zu identifizieren: Welche Sätze haben mit meiner inneren Haltung zu tun? Wobei handelt es sich um Routinen, die ich mir antrainieren will? Und welches sind tatsächlich Ziele, die ich erreichen will?
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    Deadlines setzen

    Die Ziele habe ich als Jahresziele in meinen Kalender übertragen. Dabei habe ich noch einmal die Formulierung überprüft. Manches konnte ich noch konkreter formulieren. Außerdem hat jedes Ziel eine Deadline bekommen. Die Default-Deadline für ein Jahresziel ist der 31. Dezember, aber viele Ziele will ich bereits vorher erreichen. Ich habe zumindest das Quartal festgelegt, manchmal auch den Monat.
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    Ziele herunterbrechen

    Weil Jahresziele toll sind, aber sehr schnell zu viel zu großen Monstern werden – außerdem ist ein Jahr laang – habe ich die Jahresziele im nächsten Schritt in Quartalsziele heruntergebrochen. Manche Ziele betreffen nur ein Quartal, andere ziehen sich über alle vier Quartale, dann habe ich für jedes ein Etappenziel festgelegt. Auch die Quartalsziele habe ich in meinen Kalender geschrieben. Indem ich sie aufschreibe, schließe ich einen Vertrag mit mir selbst. Schließlich habe ich mir aus dem 1. Quartal herausgepickt, was JETZT passieren muss, und mein Januar-Päckchen geschnürt und aus dem Januarpaket die Ziele für meine erste Woche in 2017 festgelegt.
    Woche zwei plane ich morgen. Schriftlich.

    Ich starte voller Ziele in dieses Jahr, aber ich habe ein tolles Gefühl. Ich weiß, was ich erreichen möchte und ich weiß, was ich wann dafür tun muss. 2017, du kannst kommen.