• Flo (adoptiert)

    • Aktuelles Befinden:
    • Status:ganz bei sich
    • Monstersteckbrief

    • Name:Flo
    • Art:Stunden-Monster.Beschreibung:Er ist der perfekte Assistent. Ein wahres Organisationstalent und stets zuvorkommend. Niemand formuliert ein geschäftliches Schreiben so klar und gleichzeitig so freundlich wie er.
    • Will:Planen, Terminieren, Organisieren
    • Spezialfähigkeit:Er erledigt Dinge nicht nur akurat, sondern mit einmaliger Eleganz - ob es sich um einen Instagram-Feed oder um eine beliebige Seite in seinem Planer handelt.
    • In Kartei aufgenommen von:Nion
    • Halter:PiratenLilly
    • Pflege
    • Anhänglichkeit:Braucht jede Woche Aufmerksamkeit
    • Zeitaufwand:8 Stunden / Woche
    • Genutzte Zeit:16h30
    • Hashtags:#motivationsmonster #meetmonsterflo

  • Flops (adoptiert)

    • Aktuelles Befinden:
    • Status:über jedes Hungergefühl erhaben
    • Monstersteckbrief

    • Name:Flops
    • Art:Wordcount-Monster.Beschreibung:Ein Monster mit Anfänger-Motivationsskills. Hat viel Energie aber fängt klein an. Wenn er könnte, würde er auch gerne Pixel fressen. Aber die machen irgendwie nicht satt.
    • Mag:Foren, Blogs, Referate schreiben. Braucht ein wenig kreatives Chaos und liebt richtige Zeichensetzung (vor allem im Netz).
    • Mag nicht:Zeitdruck, falsche Apostrophe und zu kurz geratene Gedankenstriche.
    • In Kartei aufgenommen von:Mein Glücksmonster
    • Halter:Mein Glücksmonster
    • Pflege
    • Futterbedarf:Kann den Magen eine Woche lang dehnen
    • Empfohlene Ration:500 Wörter / Woche
    • Gefressene Wörter:8383
    • Hashtags:#motivationsmonster #meetmonsterflops

  • Ein Brief von Fonti

    Liebe Nion,

    hier schreibt Dein Motivationsmonster Fonti. Wir müssen reden.

    Eigentlich sollte alles anders herum sein. Du wolltest mir einen Brief schreiben, schon im März. Du hast mir davon erzählt. Du wolltest mir ausmalen, wie bunt und spannend und wortreich unser Camp-Monat April werden wird, und mir (und Dir) ein #Monsterversprechen geben.
    Du wolltest mir jeden Tag im April schreiben.

    Ich konnte letzte Nacht nicht schlafen. Zur Zeit kann ich kaum gut schlafen, und das liegt nur zur Hälfte daran, dass mein Magen manchmal so laut knurrt, dass er mich beim Eindösen ganz plötzlich und unvermittelt aus dem Noch-Nicht-Schlaf reißt. Jedenfalls habe ich eine Weile dem Regen gelauscht, der in großen Tropfen auf das Zeltdach fiel. Dann bin ich aus dem Schlafsack gekrabbelt und habe das Zelt durchsucht. Nur eine Handvoll Wörter, irgendwo etwas Geschriebenes, auf dem ich eine Weile herumkauen könnte und dabei vielleicht wieder einschlafen.

    Zwischen zwei Lamellen Deiner Luftmatratze hat es hervorgeblitzt. Ich musste Dich auf die Seite rollen, und das war ganz schön anstrengend. Als U-Boot-Monster sind meine Flossen nicht dazu gemacht, Druck auszuüben. Ich habe also mein Stielauge unter Deine Schulter geschoben und dann gedrückt und geschoben, bis ich den Zettel schließlich mit den Zähnen zu fassen bekam. Ich habe ihn natürlich nicht in einem Haps verschlungen. In Zeiten wie diesen muss ich mir meine Rationen sorgfältig einteilen. (Das soll kein Vorwurf sein. Ähem.)

    Das Papier war zweimal gefaltet, und als es schließlich glatt vor mir lag, stand da:

    Lieber Fonti,
    es tut mir leid.

    Sechs Wörter. Immerhin. Manche davon recht kurz. Zwei und drei und vier Buchstaben. Das stört mich eigentlich nicht. Ich mag kurze Wörter, aber wenn man eine Mahlzeit in die Länge ziehen will, um ausführlich zu kauen, dann ist das bei einem Wort mit zwei Buchstaben natürlich etwas schwieriger als bei einem langen Wort. Da kann es leicht passieren, dass man im falschen Moment schluckt und *schwupps* ist das Wort schon den Rachen hinunter gerutscht.

    Aber ich war behutsam. Ich habe auf diesen sechs Wörtern lange herumgekaut. Immerhin standen die Chancen nicht so gut, dass ich anschließend noch einmal welche finden würde. Sie schmeckten ein bisschen bitter. Ein bisschen nach Tränen. Und als ich schon sehr lange gekaut hatte, kam noch ein Geschmack hinzu. Sehnsucht, glaube ich.

    Nachdem ich das allerletzte Wort zerkaut und hinunter geschluckt hatte, konnte ich trotzdem nicht schlafen. Mein Magen hat ausnahmsweise einmal Ruhe gegeben, aber dafür hat mein Monsterkopf gerattert. Und deshalb schreibe ich Dir jetzt diesen Brief. Denn ich glaube, Du hast da etwas falsch verstanden. Und immerhin bin ich ein Motivationsmonster, und der zweite (und meist lautere) Grund, weshalb ich nachts nicht gut schlafe, liegt nicht an monstermäßigen Magengeräuschen. Ich schaue Dich an, und deshalb kann ich nicht schlafen. Denn ich habe das Gefühl, meine Aufgabe als Motivationsmonster einfach nicht zu erfüllen. Ich krieg es nicht hin, und dabei versuche ich es doch. Jeden Tag. Jeden Abend. Ich glaube, in diesem Punkt sind wir zwei uns sehr ähnlich. Du versuchst es genauso, zu schreiben. Jeden Tag. Und jeden Abend. Und es klappt nicht. Du haderst mit Dir und mit Deiner Geschichte. Mit Deinen Figuren. Mit ihren Konflikten. Mit ihrer Entwicklung. Manchmal erzählst Du mir davon, aber auf dem Papier landet wenig.

    Nion. Du machst einen großen Fehler. Das ist ein harter Satz, aber manchmal muss jemand harte Sätze aussprechen. Du kennst die Regeln für den NaNoWriMo. Die gelten auch hier im Monster-Camp. Dieses andere Monster, von dem ich nicht weiß, wie es aussieht, weil es sich nie zeigt –
    Ich spüre, dass es da ist. Es sitzt unter unserem Tisch, wenn im Schreibzelt langsam, ganz langsam die Feder über das Papier kratzt, und dann – plötzlich schwungvoll – einen halben Satz wieder durchstreicht. Es versteckt sich in den Schatten, wenn wir uns ans Lagerfeuer setzen und schweigend in die Flammen schauen. Und ich glaube, es versteckt sich sogar nachts zu Deinen Füßen in Deinem Schlafsack.
    Es sollte nicht hier sein. Ein Inneres-Editor-Monster hat im Schreibcamp nichts zu suchen. So. Jetzt weißt Du das. (Auch wenn Du das eigentlich vorher schon wusstest.) Schick es weg! Nach Hause, sonst wohin. Ich mag Ultimaten nicht, aber in diesem Fall gibt es keine Wahl. Ich sage: Er oder ich.

    Erinnere Dich daran: Du bist nicht hier im Camp, um ein Ziel zu erreichen. Irgendwie schon, aber eigentlich nicht. Na gut, Du willst 30.000 Wörter schreiben …

    Hups, da war ich für einen Moment abgelenkt. Na gut, Du willst 30.000 Wörter schreiben. *träum* Aber diese 30.000 Wörter müssen nicht fertig sein. Sie müssen auch nicht in dem fertigen Buch auftauchen. Sie müssen noch nicht einmal mit diesem Buch zu tun haben. Wenn Du gar nicht weiterkommst, dann lass uns eine Auszeit nehmen, etwas ganz anderes schreiben. Etwas, das Spaß macht. Denn ab und zu braucht man Spaß, und dann kann man auch mit frischem Elan dort weitermachen, wo man unterbrochen hat. Du hast manchmal so viele Zweifel – ich glaube, Du kennst Deine Geschichte noch nicht gut genug. Du kennst die Figuren zu wenig. Lass uns ein paar Szenen schreiben, in denen wir sie besser kennenlernen. Lass uns die Landschaft bis ins kleinste Detail beschreiben, wenn es uns hilft, sie uns vorzustellen. Lass uns uns die Geschichte erschreiben.

    Denn weißt Du: Du schreibst gerne. Das ist noch viel zu wenig gesagt, aber manchmal muss man mit seinen Worten haushalten. Du liebst das Schreiben. Tage, an denen Du schreibst, sind immer gute Tage. Tage, an denen Du nicht schreibst, sind ganz schön oft schlecht. Und die schlimmsten Tage sind die, an denen Du Dir vornimmst, zu schreiben, an denen Du es mir so feste versprichst – und dann doch nicht machst. Das Magenknurren ist an solchen Tagen besonders fies, nachdem ich mir vorher schon die leckersten Wort-Gerichte ausgemalt habe. Aber dieser Stich – zu sehen, wie Du Dich als der letzte Versager fühlst und mich dann ganz genauso zu fühlen, weil ich es als Motivationsmonster wieder einmal nicht hinbekommen habe – der ist schlimmer.

    Du brauchst Dich nicht bei mir zu entschuldigen, wenn Du nicht schreibst. Denn Du schreibst nicht für mich. Den nächsten Entschuldigungsbrief kannst Du an Dich selbst adressieren. Aber besser wäre, Du müsstest ihn nicht schreiben, und ich müsste nachts nicht nach ihm suchen und mich über so erschütternde sechs Wörter nicht auch noch freuen.

    Also: Schreib jetzt!

    Dein Fonti
    Fonti

  • Countdown zum #MonsterAprilCamp – Woche 1

    Etwas in mir weigert sich, es zu glauben – möglicherweise der Teil, der vorgestern auf dem Weg zurück von Leipzig zu einem Eisklotz gefroren ist. Aber Fonti bleibt dabei: Der Frühling steht vor der Tür.
    Zwölf Tage noch bis April. Zwölf Tage noch, bis Fonti und Flops und mit ihnen eine kleine Horde Wordcount-Monster ihren ersten Geburtstag feiern. Und demnach auch: Zwölf Tage noch bis zum Start in ein neues Monsterjahr und in das diesjährige Monster-April-Camp. ⛺

    Wenn es Dir so geht wie mir, ist Deine Kreativität über die Wintermonate möglicherweise etwas eingefroren. Deine Monster halten noch Winterschlaf. Aber hey, wir haben Frühling, und darum rütteln wir unsere Motivationsmonster wach, tauen unsere Geschichten und Ideen auf und beginnen zu packen. Schließlich geht es in Kürze raus, ins Grüne, in unser Schreibcamp am See, und kein Wetter und kein Argument werden uns davon abhalten, diese Zeit zu nutzen.

    Um uns dabei zu helfen, uns einzustimmen, haben die Monster einen Countdown entworfen. In dieser Woche nutzen wir fünfmal den Tag. Nächste Woche wird es fünfmal die Nacht sein.
    Teilnehmen kannst Du über Instagram/Facebook/Twitter, Hashtag #MonsterAprilCamp, oder hier auf der Seite im Monster-Chat.

    Di, 20.03.: Get outside

    Ob die Temperaturen wollen oder nicht, heute ist Frühlingsanfang. Wir zerren ihn aus dem Schrank, stellen ihn auf den Tisch, packen ihn in unseren Rucksack und nehmen ihn mit nach draußen. Wir schreiben ihn in unsere Geschichten. Mach heute etwas, das Deine Frühlingsgefühle weckt. Wann hast Du dem Wetter das letzte Mal getrotzt?

    Mi, 21.03.: Camper Info

    Wie sieht Dein Steckbrief aus?

    Name:
    Vorstellung:
    Mag:
    Mag nicht:
    Dein Name beim Camp NaNoWriMo:
    Dein Projekt beim Camp NaNoWriMo:
    Dein Ziel für April:

    Und nachdem Du es nun schon aufgeschrieben hast, mach es offiziell! Unter campnanowrimo.org/spread-the-word findest Du die Header und Profilbilder für das diesjährige Camp NaNoWriMo.

    Do, 22.03.: Ich packe meinen Koffer …

    Packlisten sind immer gut, ganz besonders dann, wenn man in die Wildnis aufbricht. Oder zu einem Schreibcamp am See. Welche fünf Dinge müssen unbedingt mit? Was brauchst Du, um Dich durch den April zu schreiben?

    Fr, 23.03.: Navigation

    Hast Du eine Karte oder bist Du der Typ, der seine Umgebung lieber durch Streifzüge erkundet? Ob Planner oder Pantser, in beiden Fällen ist es nicht verkehrt, zumindest grob das Ziel zu kennen – und wenn nicht Ziel, dann zumindest den zentralen Konflikt. Wenn Du Deine Idee noch für Dich behalten willst, ist das völlig okay. Aber schreib Dir selbst einen Pitch. Drei Sätze, die Lust auf Deine Geschichte machen und die Dir Dein Monster vorlesen kann, sollte Deine Motivation einmal ins Wanken geraten.

    Sa, 24.03.: #Monsterversprechen

    Es wird ernst. Weil Du es ernst nimmst. Das versprichst Du heute nicht nur Dir, sondern auch Deinem Monster. Schreib ihm einen Brief, in dem Du Dein Versprechen für den kommenden April schwarz auf weiß festhältst – denn wenn Du es aufschreibst, wird es echt.

    * Verlosung: Wenn Du Deinen Brief am 24.03.2018 bis 23:59 Uhr auf Instagram, Facebook oder Twitter unter Verwendung des Hashtags #Monsterversprechen mit uns teilst, nimmst Du an der Verlosung teil. Zu gewinnen gibt es ein monstermäßiges Schreibtagbuch, das Dich durch den April begleitet.
    Für die Teilnahme am Gewinnspiel gelten die Teilnahmebedingungen unter: monstermotivation.de/teilnahmebedingungen

    Bereit? Ich freu mich auf Deine Beiträge!

  • #monstermässigeNaNoVorfreude – Woche 3: Rising Action

    Eine super schöne, aufregende, anstrengende Woche liegt hinter mir – und hat ihre Spuren hinterlassen. Auf eine mögliche Begegnung mit Kerstin Gier musste ich heute leider verzichten. Stattdessen habe ich das Bett gehütet und versucht, das Messevirus doch noch zurück zu kämpfen. Ich fürchte allerdings: erfolglos.

    Die Buchmesse ist vorbei. Der halbe Oktober auch und der November rückt mit großen Schritten heran.
    In Woche 3 der Vorfreude-Challenge wollen uns die Monster auf den harten Mittelteil vorbereiten. Auf den Teil, der sich wie Kaugummi ziehen kann – wenn die Anfangseuphorie verflogen ist und das Ende noch lange nicht in Sicht.

    Weil ich leider nicht sehr fit bin, gibt es nur die kurze, social-media geeignete Version. Wenn Du einen Punkt doch ein bisschen näher ausgeführt haben möchtest, schreib es mir in die Kommentare. Dann fällt mir (mit klarerem Kopf als heute Abend) bestimmt noch das ein oder andere dazu ein.

    Mo, 16.10.: Kräfte

    Welche verschiedenen Kräfte spielen in Deiner Geschichte eine Rolle? Im Finale werden sie alle zusammen kommen und dem Protagonisten dabei helfen, die zentrale Plotfrage zu beantworten. Aber sie kommen nicht aus dem Nichts. Sie treten vorher schon in Erscheinung, jede einzelne, und werden sich im Laufe des Mittelteils steigern.

    Di, 17.10.: Weltenbau

    Dein Setting kennst Du bereits. Mit dem Entwurf von Romanwelten kann man Jahre verbringen – aber so viel Zeit bleibt bis November nicht mehr. Welche fünf Aspekte machen die Welt in Deiner Geschichte aus und besonders?

    Mi, 18.10.: Absage

    Zwei Wochen hast Du noch Zeit – dann nicht mehr. Schau Dir die Termine, die für November in Deinem Kalender stehen, genau an. Welche davon kannst Du verschieben oder gleich ganz absagen? Wen möchtest Du vorher noch einmal sehen? Triff Verabredungen für Oktober und wieder für Dezember und erkläre Deinen Menschen, dass sie im November nicht mit Dir rechnen können.

    Do, 19.10.: Wendepunkte

    Orientierst Du Dich beim Plotten an einem bestimmten Schema? 3-Akt, 5-Akt oder 7-Akt-Struktur? Wo liegen die Wendepunkte Deiner Geschichte? (Die musst Du uns natürlich nicht verraten. ;))

    Fr, 20.10.: Schreibaufgabe: Geschenkte Stunde

    Zeitknapptheit ist ein anhaltendes Thema. Aber seien wir einmal großzügig: Schenke Deinem Antagonisten eine Stunde, mit der er nicht gerechnet hat. Was wird er tun? Weiter seine heimtückischen Pläne vorantreiben? Auf dem Bett liegen und Musik hören? Jemanden anrufen? Mit seinen Kindern spielen?
    Stell Dir einen Timer und schreibe 25 Minuten ohne lange nachzudenken und lerne Deinen Antagonisten von einer neuen Seite kennen.

    Sa, 21.10.: Writing Buddies

    Wer ist Dein Writing Buddy? Wer pushed Dich durch den November? Wen rufst Du an, wenn Du nicht weiter weißt und aufgeben willst und wem erzählst Du von Deinen Erfolgen?
    Motivationsmonster sind natürlich erlaubt, aber gemeint sind in diesem Fall tatsächlich Menschen aus Fleisch und Blut.

    Gewinner des NaNo-Care-Pakets

    Auch wenn die Vorfreude-Challenge erst Halbzeit hat – damit das NaNo-Care-Paket rechtzeitig seinen Empfänger erreicht, muss es vor dem Ende verlost werden. Aus allen Teilnehmern und Beiträgen auf Instagram, Twitter, Facebook, persönlichen Blogs und hier im Monster-Chat habe ich heute Abend den Gewinner aus meiner Los-Tasse gezogen und gewonnen hat: herzessenz. Herzlichen Glückwunsch!

    Ich wünsche uns allen eine tolle Woche 3 und #monstermässigenanovorfreude!
    Wir lesen uns im Monster-Chat.

  • Plötzlich nichtig und klein?

    Manchmal braucht es einen Perspektivenwechsel. Wenn große Ziele gruselig werden, zum Beispiel, dann schau ich ganz gern nur auf die nächste Aufgabe. Auf den einen Schritt, den ich jetzt tun muss. Das mache ich einen Tag und einen zweiten Tag. Und noch einen Tag und dann einmal nicht, dann wieder, und wenn ich nicht aufpasse, passiert es mir in immer kleineren Intervallen, dass ich die Aufgabe schiebe. Ich weiß nicht, wofür ich sie Tag für Tag erledigen soll. Ich habe mein Ziel aus den Augen verloren.
    Das ist der andere Moment für einen Perspektivenwechsel.

    Heute bin ich geflogen. In einer winzig kleinen Maschine, auf dem Co-Pilot-Sitz. Das Steuer vor mir hat sich zu den Handgriffen des Menschen neben mir wie von Zauberhand bewegt. Meine Füße durfte ich nicht ausstrecken, weil ich sonst gegen die Pedale gekommen wäre, die, ehm, irgendetwas bewirkt hätten. Rechts-links, glaube ich, falls man das in der Luft so nennt.

     
    Ich muss gestehen, für die Steuerung habe ich mich eher nicht interessiert. Ich war zu begeistert von dem Blick aus meinem Fenster, runter auf die Welt, die ganz nah und trotzdem entfernt genug war, um sie einmal aus dem Weitwinkel zu betrachten. Braune Flüsse, schwarze Berge. Gelbe Felder und glitzernde weiße Ortschaften, wie Blüten über eine Wiese verteilt. Aus der Luft betrachtet macht alles einen Sinn, gehört zusammen, fließt ineinander. Und doch erkennt man jedes Detail.

    Der März ist eindeutig schon mehr als angebrochen. Und Ende März ist Ende des ersten Quartals. Der Respekt vor meinen Quartalszielen ist so groß, dass ich es noch immer nicht fertiggebracht habe, meine Monatsziele aufzuschreiben. Ich habe mich einfach geweigert. Die Seite im Kalender nicht aufgeschlagen, den Kalender nicht mehr aufgeschlagen. Das erste Quartal ist beinahe schon rum – wie ist das passiert?
    Seien wir ehrlich: So kommen wir nicht weiter. Also traue ich mich, jetzt, in diesem Moment, in dem ich diesen Artikel schreibe.

    Gewinn Abstand, sieh Dir Deine Ziele und Deine Erfolge von oben an.

    Und erstaunlicherweise ist es gar nicht so schlimm. Sieben Quartalsziele habe ich aufgeschrieben. Drei davon habe ich schon erreicht – indem ich kleine Schritte gegangen bin. Hinsichtlich zwei weiterer Ziele befinde ich mich auf der Zielgeraden. Ende des Monats werde ich auch sie erfüllt haben, ohne mich großartig anzustrengen. Das sechste Ziel, ja, das ist der Ursprung für mein flaues Bauchgefühl. Das Monster, das mich seit 12 Tagen davon abhält, die Quartalsziele aufzuschlagen und meine Monatsziele daraus abzuleiten. Es ist ein Ziel, das mir richtig wichtig ist. Und es ist ein Ziel, für das ich mich richtig ins Zeug legen muss, um es bis Monatsende noch zu erreichen. Vermutlich werde ich es nicht schaffen. Nicht ganz. Aber ›nicht ganz‹ heißt nicht, dass ich beruhigt den Kopf in den Sand stecken kann und nichts mehr tun muss. Ich kann zumindest ein Teilziel noch erreichen. Vielleicht sogar mehr. Vielleicht sogar Ziel #6.

    Und was ist mit dem siebten Ziel? In der agilen Projektplanung geht es darum, nicht schon zu Beginn einen kompletten Plan zu machen, ihn durchzuziehen oder zu scheitern. Es geht darum, ein Ziel vor Augen zu haben und in überschaubaren Intervallen überschaubare Päckchen zu schnüren, die man dann in Angriff nimmt. Die Bilanz eines jeden Planungszeitraums zeigt, was geplant und was erreicht wurde, und im Anschluss wird für den neuen Zeitraum neu priorisiert und neu geplant. Und hey, seien wir ehrlich, Ziel #7 ist da und vielleicht wichtig. Aber mir nicht wichtig genug. Nicht im Moment. So, what?

    Stürze ich mich also auf Ziel #6 und gebe mein Bestes! Deadlines sind grausam, aber auch sehr motivierend.
    Der März hat noch 19 Tage.

  • Schritt für Schritt zum Ziel

    Ziele sind toll.
    Sie glänzen richtig, wenn sie so auf dem Papier stehen und ich sie betrachte. Der Schwung der Buchstaben, der Verlauf des Stifts – wunderhübsch.
    Ich muss aufpassen, dass ich vor glückseligem Betrachten nicht vergesse, auch etwas für sie zu tun. Denn so schön man sie auch aufschreibt, sie erfüllen sich nicht von alleine.

    Der Januar ist noch jung – aber irgendwie schon zur Hälfte vorbei. Huch? Langsam kommen wir in den Bereich, in dem es ernst wird mit den Monatszielen. Wenn Deine zwei ersten Wochen im Jahr etwa so waren wie meine, hast Du an diesem Punkt zwei Möglichkeiten.
    Die erste Option: Wie bitte, ich wollte dieses Konzept zu Ende schreiben UND es mit jemandem durchsprechen UND es überarbeiten UND es bis Monatsende abgeben? Wozu? Ich wollte vier Bücher im Januar lesen? 13.000 Wörter schreiben? Alles auf einmal?? Nö.
    Oder Du ziehst es durch.
    Diese Ziele kommen nicht aus dem Nichts. Du hast sie Dir selbst gesetzt, weil sie für Dich wichtig sind. Weil Du Dein Leben gestalten willst und etwas erreichen. Jahresziele. Deine Januarziele sind einer von zwölf Schritten dorthin.
    Also los, und diesmal mit Motivation.

    Ziele herunterbrechen

    Ich hatte bereits geschrieben, dass ich meine Monatsziele wiederum in Wochenziele herunterbreche. Es geht noch kleiner. Tagesziele. Sessionziele. Aber ehe Du einen ganzen Tag damit verbringst, alles klein und noch kleiner und schließlich in winzige Schritte herunterzubrechen und exakt zu planen, welchen Zwischenschritt Du wann erreicht haben willst – nur um dann festzustellen, dass Du leider diesen Tag, der nun verstrichen ist, mit eingeplant hattest und alles wieder wegwerfen kannst: Plane einen Tag. Den, der als nächstes ansteht.

    Heute wird ein guter Tag

    An die Tagesplanung gehe ich nicht, indem ich mir Ziele setze. Manchmal sind es einfach nur Aufgaben, die ich erledigen muss. Und ich weiß nicht warum, Aufgaben sind weniger gruselig als Ziele. Aufgaben kann man einfach anpacken.
    Eine Aufgabe ist: Zwei Stunden an meinem Konzept arbeiten. Eine Aufgabe ist auch: Kapitel 3 des Konzepts schreiben. Ja, »Kapitel 3 schreiben« klingt schon sehr nach Ziel, aber für mich macht es einen Unterschied, ob ich einfach Kapitel 3 schreibe, oder ob ich das Ziel erreichen will, Kapitel 3 geschrieben zu haben. Indem ich die Aufgabe nur als Aufgabe und noch nicht als Ziel betrachte, muss das Ergebnis nicht final, nicht perfekt sein. Ich kann das Kapitel später noch überarbeiten. Morgen zum Beispiel, der morgige Tag ist noch nicht geplant. Ich kann Punkte ergänzen, sollte ich etwas vergessen haben. Oder ich kann es lassen, wie es geworden ist, wenn es mir gefällt.
    Ich mache mir also eine Aufgabenliste für den Tag. Und ich hake ab, was ich erledigt habe. Haken setzen ist eine sehr befriedigende Tätigkeit. Und weil sie nicht teuer sind, setze ich manchmal einfach ein paar Haken mehr. Wenn ich merke, eine Tätigkeit, bei der ich nicht in den Flow komme, zieht sich, breche ich sie weiter herunter. Ich muss für das Kapitel Recherche betreiben, ich brauche eine Statistik, die muss ich grafisch aufbereiten, dann der Text: Einleitung, Beschreibung des Schaubilds, Analyse, Schlussfolgerung. Indem ich quälende Aufgaben zerlege – und ja, dieses Konzept ist eine Qual – kann ich die Punkte nach und nach abarbeiten. Mit drei gesetzten Haken in die Mittagspause zu gehen ist ein so viel besseres Gefühl als mit dem flauen Eindruck: Ich habe stundenlang nur Informationen zusammengetragen. Ich habe noch nichts geschafft!

    Belohnung

    Ich arbeite SEHR gern mit Belohnungssystemen. Ich liebe sie. Und damit meine ich nicht, mir einen Blumenstrauß zu kaufen oder einen Cafébesuch zu gönnen. Ich setze Haken. Male Kästchen aus. Klebe Sticker. Ich mache meinen Erfolg sichtbar.
    Früher habe ich Aufgaben durchgestrichen, wenn ich sie erledigt hatte. Das kann auch sehr befriedigend sein, aber es stellt doch irgendwie in den Vordergrund, was wegfällt, nicht: was ich geleistet habe. Nicht jede Aufgabe, die man erledigt, hinterlässt etwas Sichtbares. Viele Aufgabe führen sogar zum Gegenteil. Etwas verschwindet. Postfächer werden leer, Papierstapel weg sortiert, Müll runter gebracht.
    Ich dokumentiere meine erledigten Aufgaben in meinem Kalender und wenn ich die Seiten durchblättere und sehe, was ich geschafft habe, breitet sich ein gutes Gefühl in mir aus.
    Mit diesem Gefühl setze ich mich entspannt auf die Couch. Und vielleicht werde ich meinem Ziel, vier Bücher im Januar zu lesen, einen Schritt näher kommen.
    Aber fürs Lesen setze ich keine Haken. Lesen ist bereits Belohnung.